Traditionelle Thai-Massage (auch Nuad Thai - นวดแผนโบราณ)

Die traditionelle Thai-Massage (TTM) ist ein System von Massage-Techniken, die in Thailand unter der thailändischen Bezeichnung Nuad Phaen Boran bekannt ist, was wörtlich übersetzt „Massieren nach uraltem Muster“ bedeutet.

Die Thai-Massage besteht aus passiven, dem Yoga entnommenen Streckpositionen und Dehnbewegungen, Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen. Vereinfacht kann sie daher als Kombination aus (passivem) Yoga und Akupressur zusammengefasst werden.[2]

Zehn ausgewählte Energielinien (Thai: สิบเส้น – sip sen), die nach ayurvedischer Lehre den Körper als energetisches Netz durchziehen, werden über sanfte Dehnung und mit dem rhythmischen Druck von Handballen, Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet.

Nuad Thai hat in der Geschichte der Heilbehandlung weit zurückliegende Wurzeln. Ihr Ursprung liegt ca 2.500 Jahre in Indien. Der Leibarzt des Königs Bimbisara, Jivaka Kumar (ein Zeitgenosse Buddhas) wird noch heute in Thailand als Vater der Medizin verehrt. Jivaka Kumar war zu Lebzeiten des Buddha ein bedeutender Arzt im Königreich Magadha und behandelte des öfteren ihn und seine Mönchgemeinschaft. Selbst in der Tipitaka, einer bedeutenden Schriftsammlung des Buddhismus, findet er wiederholt Erwähnung. Vor über 500 Jahren gelangten die indischen Massagepraktiken nach Thailand und wurden dort von Heilkundingen und Mönchen am Köngishof weiterentwickelt. Auch ein chinesischer Einfluss der TCM fließt in die thailändische Massage mit ein. 1832 ließ König Rama III die jahrhunderte alten Texte im Kloster Wat Po in Bagkok in Stein hauen. Dort befindet sich noch heute die anerkannteste Schule für die TTM - Traditionelle Thai-Massage.